Haselstrauch

Hildegard von Bingen schreibt:
„Der Haselstrauch ist mehr kalt als warm und er taugt nicht viel für die Heilkunst und er bezeichnet die Ausgelassenheit.
Aber nimm seine Knospen, das heißt wo die Blüten zuerst aussprießen sollen, und trockne sie an der Sonne und mach sie zu Pulver, und wo Skrofeln (Halsdrüsengeschwulst, Gesichtsgeschwulst) am Menschen sind, streu dieses Pulver darauf, und er wird geheilt werden.
Ein Mann, dessen Samen von dünnflüssiger Beschaffenheit ist, so dass er keine Kinder zeugt, soll diese Haselsprossen nehmen, den dritten Teil davon Mauerpfeffer und so viel, wie der vierte Teil Mauerpfeffer ist, Winde und etwas von dem anderen, gebräuchlichen Pfeffer. Dies koche er mit der Leber eines jungen, bereits geschlechtsreifen Bockes zusammen, nachdem auch noch etwas frisch geschlachtetes, fettes Schweinefleisch zugefügt ist. Dann soll er, nachdem jene Kräuter entfernt sind, das Fleisch essen, dazu Brot in das Wasser, in dem das Fleisch gekocht wurde, eintunken und kauen, und wenn er das häufig macht, wird er zu Kindern kommen, wenn der gerechte Ratschluss Gottes dies nicht verhindert.
Die Früchte aber, nämlich die Nüsse, schaden einem Gesunden nicht sehr, wenn er sie isst, aber nützen ihm auch nicht, aber dem Kranken schaden sie, weil sie ihn in der Brust dämpfig (schwer atmend) machen.“
Zusammenfassung:
Früchte sind genießbar, Kranke sollten sie meiden;
Anwendungsgebiete:
Skrofeln (Halsdrüsengeschwulst, Gesichtsgeschwulst), Zeugungsunfähigkeit aufgrund „dünnen“ Samens
Bildquelle: wikimedia.org, H. Zell
