Poleiminze

Hildegard von Bingen schreibt:
„Die Poleiminze hat angenehme Wärme und ist trotzdem feucht und von folgenden fünfzehn Kräutern hat sie eine Kraft in sich, nämlich Zitwer, Gewürznelke, Galgant, Ingwer, Basilienkraut, Beinwell, Lungenwurz, Osterluzei, Schafgarbe, Eberraute, Engelsüß, Odermennig, Stur, Storchenschnabel und Bachminze. Und diese Kräuter wirken allen Fiebern entgegen.
(1) Und wer im Gehirn Schmerzen hat, so dass er krank ist, der lege Polei in Wein und koche sie und er lege sie so warm um seinen Kopf und er binde ein Tuch darüber, damit das Gehirn warm sei, und der Wahnsinn in ihm wird unterdrückt.(2) Und wem die Augen sich verdunkeln, der drücke ihren Saft aus und salbe ihn um die Augen und um die Augenlider, jedoch so, dass er die Augen inwendig nicht berührt, und er wird ihre Verdunkelung vertreiben. Wenn er jedoch die Augen inwendig berührt, wird er durch seine Kraft ihr Fleisch geschwürig machen.
(3) Und pulverisiere Polei und schütte dieses Pulver in Essig und in Honig in gleichem Gewicht und trinke es oft und reichlich nüchtern, und es reinigt deinen Magen und erhellt deine Augen. Aber auch wer die Blätter der Polei roh mit Salz oft isst, nämlich wenn man sie allein dem Fleisch beigibt, der wärmt den Magen, wenn er einen kalten Magen hat. Und auch wenn sein Magen voll von Gift, das ist Eiter, ist, reinigt und heilt es ihn.“
Anwendungsgebiete:
(1) Kopfschmerzen, (2) Augentrübung, (3) Gastritis (Magenschleimhautentzündung), Eitermagen, universelles Magenmittel
Anwendung:
als Gewürz den Speisen beifügen oder (kurz) mitkochen
Kombination:
Magen und Verdauung: Poleiminze-Trank, Bachminze, Krauseminze, Muskatellersalbei-Elixier
Bildquelle: wikimedia, EmirDzaderovic
