Rainfranblätter

Hildegard von Bingen schreibt:

(1) „Der Rainfarn ist warm und etwas feucht und er ist gut gegen alle überfließenden und ausfließenden Säfte. Denn wer den Schnupfen hat und dadurch hustet, der esse Rainfarn, entweder in Suppen oder in Kuchen, oder mit Fleisch oder auf irgendeine Weise. Er unterdrückt die Säfte, dass sie in ihm nicht überhandnehmen, und so werden sie weniger.

(2) Und wer trockenen Husten hat, der bereite mit feinem Mehl und Rainfarn Suppen und esse sie oft, und so werden die Trockenheit und die inneren Geschwüre seines Hustens gelöst, so dass jener Mensch, der Auswurf hat, diesen ausspeit, und es wird ihm besser gehen.

(3) Aber auch wer im Magen von verschiedenen üblen Speisen Schwere und Drücken hat, der nehme Suppe, die ohne Gemüse und ohne andere Kräuter gekocht ist, und da hinein lege er Rainfarn und er koche es von neuem und gekocht esse er es oft, und es erweicht seinen Magen und macht ihn leicht und bereitet eine angenehme Verdauung.

(4) Und wer immer den Harn nicht lassen kann, so dass er vom Stein bedrängt wird, der zerstoße Rainfarn und siebe seinen Saft durch ein Tuch und er gebe etwas Wein bei und so trinke er oft, und das Harnverhalten wird gelöst und er lässt ihn hinaus.“

Anwendungsgebiete:
(1) Schnupfen, Husten, (2) trockener Husten, (3) Ernährungsfehler, Völlegefühl, (4) Siehe auch Rainfarn-Elixier, Prostata-Vergrößerung, Prostata-Adenom, allgemeine Prostataleiden, Entzündungen im Harnleiterbereich, Blasenentzündung, Harnverhalten mit Steinleiden

Kombination:
(1) Pelargonien-Mischpulver, (2) Wermut-Brustöl, (3) Poleiminze, Muskatellersalbei-Elixier, (4) Salbei-Tee, Weinessig, warmer Wein

Bildquelle: wikimedia.org, Alexis

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